Entscheidung im letzten Duell

BOXEN: 1. Turnier um Karl-Mildenberger-Gedächtnispokal – Trophäe nach Hessen

KAISERLAUTERN.  Der erste Karl-Mildenberger-Gedächtnispokal steht fortan in Bruchköbel, einem Städtchen sieben Kilometer nördlich von Hanau. Der dortige Klub mit dem anspruchsvollen Namen Box-Akademie verschaffte sich die 65 cm hohe, für den 1. FCK  von den Maikerwe-Festwirten Dorothea und Harald Jäkel gestiftete Trophäe als erfolgreichster Verein.

Ein Regisseur hätte es kaum spannender gestalten können. Erst im letzten der 13 Duelle entschied Bruchköbels Jugend-Schwergewichtler Haris Veselovic mit einem dünnen Punktsieg über Serhard Güney vom BC Worms , wem Karl Mildenbergers Enkel Josha Terbach den Pokal überreichen konnte. Bis zum Schlusskampf lagen beide Vereine mit je zwei Siegen und einem Unentschieden zwischen zweien ihrer Kämpfer (Martin Kauschka/Bruchköbel und Ayman Jibai) gleichauf.

Die nach einjähriger Pause mit dem Turnier zum Andenken an den Schwergewichts-Europameister erstmals wieder ausgetragene Maikerwe-Veranstaltung der FCK-Boxabteilung hätte mehr Zuspruch verdient gehabt.  Unter anderem den Besuch eines Vertreters, einer Vertreterin der Stadtverwaltung. Trug doch der  im Oktober 2018 verstorbene Profiboxer ebenso wie die Fußball-Profis seines Vereins dazu bei, dass Kaiserslautern als Stadt des Sports geprägt worden ist.

Ob das das Mildenberger-Gedächtnisturnier Bestand haben wird, werde sich zeigen, sagte der als Ringsprecher amtierende FCK-Boxabteilungsleiter Walter Freitag. Die Festwirt-Familie Jäkel ist jedenfalls für weitere Trophäenstiftungen bereit, wie sie auf RHEINPFALZ-Nachfrage erklärte.

Die Einnahmen der Veranstaltung stellten die FCK-Boxer der Mildenberger-Witwe Miriam für die Gestaltung der Grabstätte ihres Mannes auf dem Hoheneckener Friedhof zu Verfügung. Es sei „eine namhafte Summe“, sagte Walter Freitag, auch dank der Spenden von Karl Knörr und Wilhelm Henn, dem früheren Festwirt und dem ehemaligen Vorsitzenden des Schaustellerverbandes Kaiserslautern.

Im Vergleich mit anderen, allerdings spärlich gewordenen Vereinsveranstaltungen innerhalb des Südwestdeutschen Amateur-Box-Verbandes bewegten sich etwa zwei Drittel der Kämpfe auf akzeptablem Niveau. Mindestens jeweils eine Rund lang spannend, weil gute Technik und kämpferischer Elan geboten wurde, verliefen das eingangs erwähnte Duell und die Begegnungen Eduard Noskow/BC Mergentheim – Iwan Jakovlev/BC Limburg, Damian Kolaska/Bruchköbel Marco Wengrzik/SSV Wellesweiler, Ayman Jibai/BC Worms – Martin Kauschka/Bruchköbel , Oliver Cioseh/BC Worms – James Banks/PSV Frankfurt, Femi Cioseh/BC Worms – Maxim Schmidt/Mergentheim.

Übrigens: Dass der baumlange Frankfurter James Banks auf seinem rechten Oberarm die drei Worte „mind over matter“ (etwa: Geist über Materie) tätowiert trägt, nutzte dem Deutsch-Amerikaner im Duell mit Oliver Cioseh von dem neuen Wormser Klub BC nichts. Der „Materialist“ aus Worms gewann nach Punkten.

ERGEBNISSE

Männer: 57 kg: Leonid Gergel (MC Mainz) Punktsieger über Emal Kodamani (BA Bruchköbel). –  77 kg: Oliver Cioseh (BC Worms) Punktsieger über James Banks (PSV Frankfurt).

Jugend: 67 kg: Martin Kauschka (BA Bruchköbel) – Ayman Jibai (BC Worms) unentschieden, Joel Schwan (BC Worms) Aufgabesieger 1. Runde über Roman Rozhkov (BA Bruchköbel). –  79 kg: Julian Ward (BA Bruchköbel) Disqualifikationssieger 3. Runde über Alessio Mendolia (BC Mainz). – 98 kg: Haris Vejselovic (BA Bruchköbel) PS über Serhard Günay (BC Worms).

Junioren: 51 kg: Michael Endert (BC Limburg) Aufgabesieger nach einem von Ringrichter und Kampfgericht nicht registrierten Tiefschlag 3. Runde über Daniel John (AV 03 Speyer). – 62 kg: Maxim Schmidt (BC Mergentheim) PS über Femi Cioseh (BC Worms).

Kadetten: 37 kg: Eduard Noskow (BC Mergentheim) PS über Iwan Jakovlev (BC Limburg). –  40 kg: David Ehlert (BC Mergentheim) PS über Merlin Endert (BC Limburg). –  70 kg: Justin Studtmann (SSV Wellesweiler) Aufgabesieger 3. Runde über Philipp Levy (BA Bruchköbel). – 76 kg: Damian Kolaska (BA Bruchköbel) PS über Marco Wengrzik (SSV Wellesweiler).

Weibliche Kadetten: Aysa Ari (1. BC Frankenthal)  Abbruchsiegerin 3. Runde über Melina Meier (SSV Wellesweiler). /wk