Ein viersprachiges Boxtalent

Die Frankenthalerin Asya Ari will zu Olympia 2024 und 2028

Eine viersprachige angehende Abiturientin mit dem Studienziel Kriminologie ist die erfolgreichste deutsche Amateurboxerin. Die 19-jährige Frankenthalerin Asya Ari, deren Eltern türkischstämmig sind, will 2024 und 2028 in die olympischen Boxringe von Paris und in den USA steigen.

Die wichtigste Voraussetzung  dazu wird im Gespräch mit der  schlanken jungen Frau von 1,67 cm  rasch klar: „Um sportlich Erfolg u haben, muss man sehr  diszipliniert sein, sehr strukturiert. Das bin ich. Außerhalb der Schule kenne ich nur meinen Sport“. Das sagt sie und lächelt: „Höchstens, dass ich mit meinem Hund Ayuz Gassi gehe. Und mit meinem Bruder Atakan Eis essen. Der ist 14 und vom Schwimmen erst zum Fußball und jetzt auch zum Boxen gewechselt.“

Das Talent, sich boxerisch koordiniert zu bewegen und die Gegnerinnen samt dem Kampfgericht mit erstaunlich vielfältigen Schlagkombinationen zu beeindrucken, haben Asya Ari in der Gewichtsklasse bis 57 kg schon einige Triumphe einbracht. Das sind: 2021 Deutsche Meisterin der U 18 und der U 19 (beide Titel wurden Corona-bedingt innerhalb eines Jahres erkämpft), Europameisterin der U 19 (in Sofia/Bulgarien), wiederum Deutsche Meisterin der U 19 dieser Tage im Heidelberger Olympia-Stützpunkt Rhein-Neckar. Dazu Erfolge bei mehreren internationalen Turnieren im gehobenen Amateurbereich.

Ihr Talent und ihr Wille, „mich noch mehr zu verbessern“, werden fortan im genannten Olympia-Stützpunkt kämpferisch, technisch und mental gestärkt. Asya Ari zog deswegen von Frankenthal nach Heidelberg um, wo sie die Abiturklasse in einem Gymnasium besucht, nicht allzu weit von ihrer neuen Heimat, dem Olympiazentrum. Bisher besuchte sie das heimische Albert-Einstein-Gymnasium.

Die Olympiahoffnung des Deutschen Boxsport-Verbandes wechselte erst vor vier Jahren vom Wettkampfschwimmen beim Frankenthaler SV zum 1. BC Frankenthal und dort zu den Trainern Andreas Riedel, Dietmar Geier und Daniel Judt. In der Coronaphase trainierte sie in Absprache mit ihnen zu Hause.

Um olympisch boxen zu können, muss Asya Ari  sich international weiterhin bewähren. Dafür Gelegenheit hat sich bei der Weltmeisterschaft der International Boxing Association (IBA) im November, bei anderen Veranstaltungen der IBA und bei einem Olympia-Ranglistenturnier.  Die Neu-Heidelbergerin aus Frankenthal ist zuversichtlich: „Ich mach‘ das, weil ich an mich glaube“. Übrigens: Das könnte sie außer auf deutsch und türkisch auch auf englisch und französisch sagen.  – wk