Backfischfest der TG- Worms  am 31.08.2008
Liebe Boxsportfreunde,

einer der erfolgreichsten Boxmanager der Schweiz, Sportkamerad Oliver Dütschler, hat uns eine Bild- und Textreportage über das sportliche Geschehen beim Backfischfest in Worms zur Verfügung gestellt. Sowohl die Bilder als auch die Texte wurden nach bestem Wissen und Gewissen original übertragen. Die Bilder wurden von der Fotografin Karin Flesner aufgenommen und werden mit ihrer ausdrücklichen Genehmigung auf dieser Seite veröffentlicht. Die Online- Redaktion des SWABV bedankt sich bei dem Sportkameraden Dütschler und der Fotografin Karin Flesner für die redaktionelle Unterstützung.

Backfischfest-Boxen: Briest, Dzila und Vetö die herausragenden Figuren

Beim Wormser Backfischfest trat eine Schweizer Auswahl gegen eine starke Gastgeber-Mannschaft TG Worms an. Nach zahlreichen sehr knappen Entscheidungen des Kampfgerichts behielten letztlich die Deutschen das bessere Ende für sich und gewannen mit 12:8 Punkten.

Als erster Schweizer stieg der Zürcher Edward Suter in den Ring. Bei seinem Ringdebut zog sich der gebürtige Peruaner gegen den amtierenden südwestdeutschen Meister Artur Stehrl beachtlich aus der Affäre und verlor nach einem intensiven Gefecht lediglich knapp nach Punkten. Anschliessend konnte der Bieler Junioren Schweizer Meister Julien Lebet für die Eidgenossen mit einem einstimmigen Punktesieg über Fabian Beutel wieder ausgleichen. Das Aushängeschild des Boxclub Root, Petra Bättig, wurde danach für ihren attraktiven Boxstil nicht belohnt. Sie unterlag der Lokalmatadorin Janine Gertel, der Tochter eines ehemaligen Olympia-Teilnehmers, hauchdünn mit 2:1 nach Punkten. Ein Unentschieden hätte dem Kampfverlauf wohl eher entsprochen. Der Federgewichtler Tito Richado Campbell aus Zürich-Oerlikon musste sich danach dem starken Ligaboxer, Alexander Wittenberg, in der dritten Runde geschlagen geben, obwohl Campbell zu Beginn des Kampfes noch absolut ebenbürtig mithalten konnte.

Der Gebenstorfer Pascal Stalder zeigte sich in hervorragender Verfassung und brachte Ali Ahmeti, einen der populärsten Amateurboxer im südwestdeutschen Landesverband, arg ins Schwitzen. Der Schützling von Trainer Franz Studer trieb Ahmeti meistens vor sich hin und versuchte ihm förmlich den Schneid abzukaufen. Das Kampfgericht wertete aber auch diesen Kampf mit 2:1 Punkten zugunsten des Gegners. Sein Clubkamerad Roman Donada war derweil gegen den amtierenden südwestdeutschen Meister, Jakob Otto, chancenlos und musste einige harte Treffer einstecken. Die logische Folge war die Aufgabe in der ersten Runde. Kurzen Prozess machte derweil der Schweizer Meister im Superschwergewicht Arnold Gjergjaj – er konnte unter den Augen des Cheftrainers Ralph Gerdes des Bundesligisten MBR Hamm den dunkelhäutigen Antonio Faegins bereits in der zweiten Runde stoppen. Im nächsten Jahr wird Gjergjaj, der in Worms von Angelo Gallina betreut wurde, voraussichtlich ins Profilager wechseln.

Besonders eng verlief auch der Kampf im Leichtgewicht zwischen dem Deutschen Konstantin Briest und dem Ungaren Gabor Vetö. Der südwestdeutsche Meister Briest setzte die klareren Treffer, derweil Vetö variabler boxte und mehr Treffer verzeichnen konnte. Der Heimbonus entschied zu Gunsten von Briest, derweil Federgewichtler Vetö erstmals überhaupt im Halbweltergewicht boxte zum besten Boxer der Veranstaltung gekürt wurde. Im nächsten Jahr wird Vetö ins Profilager wechseln, wo er bei einem grossen US-Promoter unter Vertrag stehen wird. Im Hauptkampf bekundete Agron Dzila gegen den Iraner Ali Amiri keine Mühe, dominierte das Gefecht von Beginn weg klar, schaltete bereits in der ersten Runde einen Gang zurück, damit die Zuschauer auf ihre Kosten kommen. Als vor dem Kampf für Ali Amiri, der vor Jahren aus dem Iran fliehen musste, die iranische Nationalhymne abgespielt wurde, kamen bei Amiri die Emotionen hoch: „Ich habe diese Hymne seit über zehn Jahren nicht mehr gehört. Ich dachte in diesem Moment an die wunderschöne Zeit in meinem Heimatland Iran...“

Der Präsident des südwestdeutschen Amateurbox-Verbandes, Walter Freitag, bedankte sich bei Delegationsleiter Oliver Dütschler, dass alle Boxer mit den angekündigten Gewichten erschienen sind. Und Sportwart Wolfgang Bischer, eine Koriphäe im deutschen Boxsport, war vollumfänglich zufrieden mit den Kämpfen: „Das waren Topkämpfe. Einige Kämpfe waren weitaus enger, als es die Urteile des Kampfgerichts ausdrücken. Aber die Zuschauer und Medienvertreter waren vollumfänglich zufrieden und werden nächstes Jahr wieder kommen!“