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Backfischfest-Boxen: Briest, Dzila und Vetö die herausragenden Figuren
Beim Wormser
Backfischfest trat eine Schweizer Auswahl gegen eine starke
Gastgeber-Mannschaft TG Worms an. Nach zahlreichen sehr knappen
Entscheidungen des Kampfgerichts behielten letztlich die Deutschen das
bessere Ende für sich und gewannen mit 12:8 Punkten.
Als
erster Schweizer stieg der Zürcher Edward Suter in den Ring. Bei seinem
Ringdebut zog sich der gebürtige Peruaner gegen den amtierenden
südwestdeutschen Meister Artur Stehrl beachtlich aus der Affäre und verlor
nach einem intensiven Gefecht lediglich knapp nach Punkten. Anschliessend
konnte der Bieler Junioren Schweizer Meister Julien Lebet für die
Eidgenossen mit einem einstimmigen Punktesieg über Fabian Beutel wieder
ausgleichen. Das Aushängeschild des Boxclub Root, Petra Bättig, wurde
danach für ihren attraktiven Boxstil nicht belohnt. Sie unterlag der
Lokalmatadorin Janine Gertel, der Tochter eines ehemaligen
Olympia-Teilnehmers, hauchdünn mit 2:1 nach Punkten. Ein Unentschieden
hätte dem Kampfverlauf wohl eher entsprochen. Der Federgewichtler Tito
Richado Campbell aus Zürich-Oerlikon musste sich danach dem starken
Ligaboxer, Alexander Wittenberg, in der dritten Runde geschlagen geben,
obwohl Campbell zu Beginn des Kampfes noch absolut ebenbürtig mithalten
konnte.
Der Gebenstorfer Pascal Stalder zeigte sich in hervorragender Verfassung
und brachte Ali Ahmeti, einen der populärsten Amateurboxer im
südwestdeutschen Landesverband, arg ins Schwitzen. Der Schützling von
Trainer Franz Studer trieb Ahmeti meistens vor sich hin und versuchte ihm
förmlich den Schneid abzukaufen. Das Kampfgericht wertete aber auch diesen
Kampf mit 2:1 Punkten zugunsten des Gegners. Sein Clubkamerad Roman Donada
war derweil gegen den amtierenden südwestdeutschen Meister, Jakob Otto,
chancenlos und musste einige harte Treffer einstecken. Die logische Folge
war die Aufgabe in der ersten Runde. Kurzen Prozess machte derweil der
Schweizer Meister im Superschwergewicht Arnold Gjergjaj – er konnte unter
den Augen des Cheftrainers Ralph Gerdes des Bundesligisten MBR Hamm den
dunkelhäutigen Antonio Faegins bereits in der zweiten Runde stoppen. Im
nächsten Jahr wird Gjergjaj, der in Worms von Angelo Gallina betreut
wurde, voraussichtlich ins Profilager wechseln.
Besonders eng verlief auch der Kampf im Leichtgewicht zwischen dem
Deutschen Konstantin Briest und dem Ungaren Gabor Vetö. Der
südwestdeutsche Meister Briest setzte die klareren Treffer, derweil Vetö
variabler boxte und mehr Treffer verzeichnen konnte. Der Heimbonus
entschied zu Gunsten von Briest, derweil Federgewichtler Vetö erstmals
überhaupt im Halbweltergewicht boxte zum besten Boxer der Veranstaltung
gekürt wurde. Im nächsten Jahr wird Vetö ins Profilager wechseln, wo er
bei einem grossen US-Promoter unter Vertrag stehen wird. Im Hauptkampf
bekundete Agron Dzila gegen den Iraner Ali Amiri keine Mühe, dominierte
das Gefecht von Beginn weg klar, schaltete bereits in der ersten Runde
einen Gang zurück, damit die Zuschauer auf ihre Kosten kommen. Als vor dem
Kampf für Ali Amiri, der vor Jahren aus dem Iran fliehen musste, die
iranische Nationalhymne abgespielt wurde, kamen bei Amiri die Emotionen
hoch: „Ich habe diese Hymne seit über zehn Jahren nicht mehr gehört. Ich
dachte in diesem Moment an die wunderschöne Zeit in meinem Heimatland
Iran...“
Der Präsident des südwestdeutschen Amateurbox-Verbandes, Walter Freitag,
bedankte sich bei Delegationsleiter Oliver Dütschler, dass alle Boxer mit
den angekündigten Gewichten erschienen sind. Und Sportwart Wolfgang
Bischer, eine Koriphäe im deutschen Boxsport, war vollumfänglich zufrieden
mit den Kämpfen: „Das waren Topkämpfe. Einige Kämpfe waren weitaus enger,
als es die Urteile des Kampfgerichts ausdrücken. Aber die Zuschauer und
Medienvertreter waren vollumfänglich zufrieden und werden nächstes Jahr
wieder kommen!“ |