Noemi Lo-Curto

Noemi Lo-Curto wechselt Nationalverband

SPEYER. Noemi Lo-Curto, eine der besten deutschen Amateur-Boxsportlerinnen, boxt fortan für einen Verein in der oberitalienischen Stadt Ferrara in der Provinz Emilia Romagna. Sie hat sich ihrer sportlichen Zukunft zuliebe für den Wechsel entschieden. Der Deutsche Boxsport-Verband hat der Speyerer Arzthelferin mit der deutschen und italienischen Staatsangehörigkeit (ihre Eltern kamen aus Sizilien an den Rhein) bereits die Freigabe erteilt.

Sie habe in Ferrara dort die Möglichkeit zu häufigeren Ringeinsätzen und bei der bis zum Jahresende 2017 laufenden Bewährung die Chance, in den italienischen Nationalkader aufgenommen zu werden, sagten Trainer Robert Sotnikov und Abteilungsleiter Hans Diehl vom AV 03 Speyer. Zudem unterstütze der Boxverband Italiens seine Athleten und Athletinnen großzügiger als der Deutsche Boxsport-Verband.

Beim Athletenverein ihrer Geburtsstadt hatte Noemi Lo-Curto ihren Sport als Achtjährige begonnen. „Boxen ist nach Feierabend mein Alltag“ hatte Noemi LO-Curto vor einiger Zeit beteuert. Nach wie vor trainiert sie dreimal in der Woche bei Robert Sotnikov im Athletenheim und werde, so Hans Diehl, „auf künftig bei Veranstaltungen für uns antreten“, das sei mit dem italienischen Verband abgesprochen.

Für den präsentierte Noemi Lo-Curto einen sehr guten Einstand. Sie punktete die Italienerin Valentina Scalone in Ferrara sicher aus.

Noemi Lo-Curtos bisherige Erfolge: Zweite der Juniorinnen-Meisterschaft 2013, Dritte der deutschen Jugend-Meisterschaft 2014, Jugend-Vizemeisterin 2015 2016 internationale deutsche U 21-Meisterin und Dritte der deutschen Frauen-Meisterschaft. /wk

Nachruf Artur Fendrich

Nachruf: Artur Fendrich tot

FRANKENECK. Vier Tage vor seinem 76. Geburtstag am 20. Juni 2017 starb in Frankeneck/Kreis Bad Dürkheim Artur Fendrich, zwischen 1957 bis 1969 für TG Worms boxender zehnmaliger Südwest-Meister mit annähernd 300 Kämpfen und von 1973 bis 1981 Co-Trainer des damaligen Bundesligisten. In jener Zeit war er am Mannheimer Bundesleistungszentrum des damaligen Deutschen Amateur-Box-Verbandes als Honorartrainer tätig und für Einsätze im In- und Ausland verantwortlich. Später übernahm Artur Fendrich, auch Lehrwart des Südwestdeutschen Amateur-Box-Verbandes, das Training der Boxabteilung des VfL Neustadt. Die Trauerfeier ist am 10. Juli um 12.30 in der Friedhofshalle Frankeneck, die Beisetzung um 14.30 Uhr im Ruheforst Bad Dürkheim. /wk

TuS Landstuhl kämpft sich zum „Pott“

Traditionelle Zeltveranstaltung des 1. FCK um den Bernhard-Knörr-Gedächtnispokal

KAISERSLAUTERN. Wie man auch mit nur zehn Kämpfen einigermaßen „Stimmung in die Bude“ bringen kann, zeigte der 1. FC Kaiserslautern wieder einmal mit seiner Traditionsveranstaltung um den Bernhard-Knörr-Gedächtnispokal. Der blieb sozusagen im Land: Die glitzernde Trophäe ging an den TuS Landstuhl, mit vier Siegern in gleich vielen Duellen der erfolgreichste Verein.

Geplant hatte FCK-Trainer Wolfgang Gies für die Veranstaltung im Maimarkt-Festzelt Jäkel 18 bis 20 Kämpfe. Aber weil eine am Vorabend in Alzey boxende Staffel aus der Ukraine nicht den Weg nach Kaiserslautern fand und Coach Gies einen der Seinen wegen offensichtlicher Lustlosigkeit schon vor dem Kampf nach Hause schickte (der vorgesehene Gegner Saleh Barmani vom AV 03 Speyer blieb damit ohne Beschäftigung), gab es nur ein Zwei-Stunden-Programm.

In dem taten sich die Zöglinge des Landstuhler Box-Abteilungsleiters und Trainers Thomas Grunder mit Punktsiegen hervor. Erfolgreich waren die Allam-Brüder Abbass/Junioren-Federgewicht (über Turpal Balguev, 1. FCK), Ali/Junioren-Schwergewicht (über Turpal Altimirov, 1. BC Speyer), Andreas Wolf/Jugend-Weltergewicht (über Ali Nawal, BC Homburg) und in der Männer-Klasse der Schwergewichtler Björn Hemmer (über Ali Altimirov, 1. BC Speyer).

Was Hemmer bewog, mit immerhin 35 Jahren erstmals in den Ring zu steigen, schilderte der Wiesbacher so: „Vor einem Jahr hab‘ ich 115 kg gewogen und da hab‘ ich mir gesagt, du musst was machen. Thomas Grunder hat mir zum Boxen geraten“. Hemmers Reduzierprogramm hatte zweifachen Erfolg: 30 kg weniger und Sieg über einen ebenfalls debütierenden Kontrahenten.

Die Möglichkeit zu einem Sieg über den Esslingener Hajral Ferehe ließ Denis Zavraznj ungenutzt. Der Männer-Weltergewichtler des BC Olympia Ramstein begegnete begenete dem Kontrahenten vor allem in der zweiten Runde zwar mit ebenfalls wuchtigen Schlägern, hatte aber f im folgenden Durchgang nicht mehr viel zusetzen, so dass der gewiefte Gegner seinen Punktvorsprung aus der ersten Runde über die Zeit retten konnte.

Das Kaiserslauterer Festzelt-Boxen, eine von nur noch zwei Veranstaltungen dieser Art im Südwestdeutschen Amateur-Box-Verband, nutzte dessen Kampfrichter-Obmann Reiner Gies zum Test angehender Punktrichter/innen. Eine davon war seine Tochter Katharina (17), mit bisher zwölf Kämpfen einigermaßen Ringerfahren. Heinz Altenkirch und Werner Halter, Jury-Senioren der Südwest-Boxer, lobten: „Das hat sie besser hingekriegt als manche Anderen, die das schon lange machen“.

Die Traditionsveranstaltung hatte freilich auch ihre Tücke. FCK-Boxabeilungsleiter Walter Freitag hatte wiederholt zu kämpfen – als Ringsprecher mit dem Mikrophon. Das versagte mitunter, blieb aber bei der Verkündung der neben dem TuS Landstuhl anderen Pokalgewinner einigermaßen heil. So war denn zu vernehmen: Ausgezeichnet als bester Boxtechniker Abbass Allam, als knappster Verlierer Ali Nawal, als Verein mit der weitesten An- und Abreise BC Esslingen.

Ohne zu kämpfen geehrt wurde Daniel Zhirnov. Claas Gallion, für den Amateurbereich der zehn 1.FCK-Abteilungen zuständiger Manager, übergab dem Deutschen Meister 2017 der Altersklasse der Kadetten ebenfalls einen Pokal. Den gab es auch für andere Erfolge des 14-Jährigen: Für den Sieg beim Traktor-Junioren-Cup in Schwerin und den zweiten Platz beim Ostseepokal-Turnier in Stralsund.

Ergebnisse
Männer: Weltergewicht: Hajral Ferehe (BC Esslingen) Punktsieger über Denis Zavraznj (BC Olympia Ramstein). – Halbschwer: Nuhi Gavazi (ASV Landau) PS über Martin Schenk (BC Neunkirchen), Björn Hemmer (TuS Landstuhl) PS über Ali Altimoriv (1. BC Speyer).

Jugend (U 19): Welter: Andreas Wolf (TuS Landstuhl) PS über Ali Nawal (BC Homburg).

Junioren (U 17): Feder: Abbass Allam (TuS Landstuhl) PS über Turpal Balguev (1. FC Kaiserslautern). – Halbwelter: Arik Alizadeh (BC Idar-Oberstein) K. o.-Sieger 1. Runde über Akran Arslan (BC Homburg). – Schwer: Ali Allam (TuS Landstuhl) PS über Turpal Altimoriv (1. BC Speyer).

Kadetten (U 15): Papier: Alex Fink (AV 03 Speyer) Aufgabesieger 2. Runde über Marco Fleisch (BC Saarlouis).

Schüler (U 13; Einlagekämpfe = ohne Wertung): Papier: Paul Diehl (1. FCK) – Patir Balguev (1. FCK), Daniel John (AV 03 Speyer) – Justin Kusnezov (TV Alzey).

Pokalsieger: TuS Landstuhl als erfolgreichster Verein. /wk

Zweimal Gold, einmal Silber beim Black Forest Cup

VILLINGEN. Mit zwei Goldmedaillen und einmal Silber beendeten die Nachwuchs-Boxsportler Juri Belyayev (TV Alzey), Simon Vollmer und John Gerhauser (beide 1. BC Frankenthal) ihren Einsatz bei dem dritten Turnier um den Black Forest Cup in Villingen-Schwenningen.
In der Altersklasse der Kadetten (U 15) schlug Belyayev im Endkampf des Papiergewichts bis 43 kg den Aschaffenburger Victor Vitulin mit 2:1 Punkten.
Jeweils in der Alterklasse der Junioren (U 19) besiegte Vollmer im Finale des Bantamgewichts den Brandenburger Emil Jabs mit 3:0 und Gerhauser verlor das Finale des Mittelgewichts gegen den Kroaten Jezek Noa mit 0:3.

Der SWABV hatte für das mit Teilnehmern aus neun Nationen und 15 deutschen Landesverbänden besetzte Turnier mit acht Athleten nominiert. /wk