Beachtliche Erfolge – Weiterhin Ramie Al-Masri vorne

KAISERSLAUTERN.  Weiterhin mit Ramie Al-Masri vom 1. FC Kaiserslautern als Präsident und Jan Dreger (Alzey) als dessen Stellvertreter geht der Südwestdeutsche Amateur-Box-Verband (SWABV) in die nächsten zwei Jahre. Das beschlossen die Vertreter/innen der 17 Vereine und Vereinsabteilungen bei der Jahreshauptversammlung des Verbandes in Kaiserslautern. Der seit 2017 amtierende Al-Masri verwies darauf, dass der SWABV als einer der kleinsten deutschen Box-Landesverbände beachtliche nationaler und internationaler Erfolge erreicht hat.  So wurde Asya Ari vom 1. BC Frankenthal 2021 Deutsche Meisterin der U 19 und 2022 der Eliteklasse (ab 19) und erkämpfte 2022 den U 19-Europatitel in der Gewichtsklasse bis 57 kg. Insgesamt fünf Boxer/innen, so viele wie seit langem nicht mehr, vertraten den SWABV bei der Deutschen Meisterschaft  2022 der Elite in Heidelberg, holten dort zwei Titel, einen dritten Rang und zwei fünften Plätze. Das sei auch dem Frankenthaler Vereinstrainer Andreas Riedel zu verdanken, der die Südwestler/innen aufbaute. Riedel wurde denn auch zum SWABV-Sportwart gewählt.

Die weiten Wahlen: Ramie Al-Masri (1. FC Kaiserslautern) Präsident, Jan Dreger (Box Gym Dreger) Vizepräsident, Melanie Weber (Kaiserslautern) Geschäftsführerin, Gergory Slowak (AV 03 Speyer) Schatzmeister, Dietmar Geier (1. BC Frankenthal)  Jugendwart , Johann Gretschmann (AV 03 Speyer) Kampfrichter-Obmann, Marcel Meta (1. FC Kaiserslautern) Beisitzer. /wk

Ein viersprachiges Boxtalent

Die Frankenthalerin Asya Ari will zu Olympia 2024 und 2028

Eine viersprachige angehende Abiturientin mit dem Studienziel Kriminologie ist die erfolgreichste deutsche Amateurboxerin. Die 19-jährige Frankenthalerin Asya Ari, deren Eltern türkischstämmig sind, will 2024 und 2028 in die olympischen Boxringe von Paris und in den USA steigen.

Die wichtigste Voraussetzung  dazu wird im Gespräch mit der  schlanken jungen Frau von 1,67 cm  rasch klar: „Um sportlich Erfolg u haben, muss man sehr  diszipliniert sein, sehr strukturiert. Das bin ich. Außerhalb der Schule kenne ich nur meinen Sport“. Das sagt sie und lächelt: „Höchstens, dass ich mit meinem Hund Ayuz Gassi gehe. Und mit meinem Bruder Atakan Eis essen. Der ist 14 und vom Schwimmen erst zum Fußball und jetzt auch zum Boxen gewechselt.“

Das Talent, sich boxerisch koordiniert zu bewegen und die Gegnerinnen samt dem Kampfgericht mit erstaunlich vielfältigen Schlagkombinationen zu beeindrucken, haben Asya Ari in der Gewichtsklasse bis 57 kg schon einige Triumphe einbracht. Das sind: 2021 Deutsche Meisterin der U 18 und der U 19 (beide Titel wurden Corona-bedingt innerhalb eines Jahres erkämpft), Europameisterin der U 19 (in Sofia/Bulgarien), wiederum Deutsche Meisterin der U 19 dieser Tage im Heidelberger Olympia-Stützpunkt Rhein-Neckar. Dazu Erfolge bei mehreren internationalen Turnieren im gehobenen Amateurbereich.

Ihr Talent und ihr Wille, „mich noch mehr zu verbessern“, werden fortan im genannten Olympia-Stützpunkt kämpferisch, technisch und mental gestärkt. Asya Ari zog deswegen von Frankenthal nach Heidelberg um, wo sie die Abiturklasse in einem Gymnasium besucht, nicht allzu weit von ihrer neuen Heimat, dem Olympiazentrum. Bisher besuchte sie das heimische Albert-Einstein-Gymnasium.

Die Olympiahoffnung des Deutschen Boxsport-Verbandes wechselte erst vor vier Jahren vom Wettkampfschwimmen beim Frankenthaler SV zum 1. BC Frankenthal und dort zu den Trainern Andreas Riedel, Dietmar Geier und Daniel Judt. In der Coronaphase trainierte sie in Absprache mit ihnen zu Hause.

Um olympisch boxen zu können, muss Asya Ari  sich international weiterhin bewähren. Dafür Gelegenheit hat sich bei der Weltmeisterschaft der International Boxing Association (IBA) im November, bei anderen Veranstaltungen der IBA und bei einem Olympia-Ranglistenturnier.  Die Neu-Heidelbergerin aus Frankenthal ist zuversichtlich: „Ich mach‘ das, weil ich an mich glaube“. Übrigens: Das könnte sie außer auf deutsch und türkisch auch auf englisch und französisch sagen.  – wk

„Nach wie vor Zugkraft“

700 Zuschauer neben einem Fußball-Platz in Speyer

Speyer. Neun überwiegend spannende Kämpfe vor 700 Zuschauern um einen von Flutlicht erhellten Freiluftring neben dem Fußball-Rasen in Speyer Nord: Das zeichnete das pfälzische Box-Comeback nach der zur mehrjährigen Pause zwingenden Corona-Pandemie als Knüller aus. Ramie Al-Masri, Präsident des Südwestdeutschen Boxverbandes: „Das Interesse beweist, dass auch unser Amateursport nach wie vor Zugkraft hat“.

Vielleicht bereichert der Verkehrsverein damit wieder das Brezelfest-Boxen – in einem Zelt oder im Freien. Die Siedlerfest-Organisatoren/innen mögen sich auf jeden Fall belohnt gefühlt haben. So wie die früheren Box-Größen Noemi Lo Curto (nach ihrer Heirat Constanzino), Kurt Seiler und Bernd Schwab, die als Ringrichter tätigen Johann Gretschmann vom AV Speyer und Christian Wallot vom Bundesligisten BC Velbert.

Angeregt hatte die von dicken Regenwolken zwar bedrohte, aber trocken gebliebene Veranstaltung der ASV-Vorsitzende Meik Bergdolt im Zusammenwirken mit Jakob Tounsi, vom 1. BC  Speyer, Hans Diehl und Robert Schander vom AV 03 Speyer und Fouad Tounsi vom BC Schifferstadt. Schade, dass nach dem Zusammenstellen der Kampfpaarungen nur ein Athlet eines örtlichen Vereins die Chance bekam, sein Können zu zeigen. Und Pech auch, dass sich das Kampfgericht nach drei durchweg ausgeglichenen Runden nicht für Daniel John vom Athletenverein Speyer, sondern für Jan Winder vom Bodensee-Klub BC Radolfzell entschied.

Vor allem zwei Duelle boten Erstaunliches: Der Kampf der Cruisergewichtler (das ist die Gewichtsklasse zwischen Halbschwer- und Schwergewicht) Gorik Khanguteldyan vom lothringischen CP Forbach nahe Saarbrücken und Sebastian Bojarski von OB Freiburg sowie die als Sparringspartie nicht bewertete flotte Auseinandersetzung der halbschweren Jugend-Boxer Raymond/BC Heidelberg und Cromm/BC Worms. Der aus Armenien nach Frankreich gewechselte Cruisergewichtler Khanguteldyan und Freiburgs Bojarski attackierten und konterten geradezu bravourös. Die Veranstalter belohnten Khanguteldyan mit einem Pokal für den besten Techniker, den unterlegenen Bojarski mit einem Pokal für den unglücklichsten Verlierer

ERGEBNISSE

Kadetten (Altersklasse U 15): Halbfliegengewicht: Wigand/BC Pirmasens – Abbruchsieger 2. Runde über Güngörmus/BC Schifferstadt. –  Leichtgewicht: Özer/BC Worms Punktsieger über Matern/BC Radolfzell.

Jugend (U 19): Weltergewicht: Winder/BC Radolfzell  Punktsieger über John/AV 03 Speyer. – Halbmittelgewicht: Lauer/BAC Hockenheim Aufgabesieger über Asan/ASV Landau. – Halbschwergewicht: Raymond/BC Heidelberg – Cromm/BC Worms Sparringskampf (ohne Wertung).

Männer: Leichtgewicht: Busch/BAC Hockenheim Punktsieger über Hassanzada/BC Pirmasens. –  Weltergewicht: Repp/BC Pirmasens Aufgabesieger über Sungarov/ASV Landau. –  Mittelgewicht: Scheydt/BC Kandel Disqualifikationssieger über Santoro/BC Radolfzell. –  Cruisergewicht: Kwanguteldyan/CP Forbach (Frankreich) Punktsieger über Bojarski/OB Freiburg. /wk

Fünf vom SWABV

Erstmals in der Geschichte des Boxsports wird es 2022 zwei deutsche Einzel-Meisterschaften geben. Der Deutsche Boxsport-Verband veranstaltet vom 2. bis 6. August am Olympia-Stützpunkt Heidelberg die wegen Corona ausgefallenen Titelkämpfe 2021 der Männer und Frauen und gegen Ende 2022 die Meisterschaft 2022 (an einem noch nicht festgelegten Ort). Die Kämpfe in Heidelberg, für die fast 160 und damit die meisten Meldungen der letzten zehn Jahre vorliegen, beginnen am 3. August und enden am 6. August  jeweils ab 11 Uhr. Eintritt: Jeweils 15 Euro. Der Südwestdeutsche Amateur-Box-Verband hat für Heidelberg gemeldet: Asya Ari/57 kg, Melissa Stilgenbauer/50 kg, Nicolas Dietrich/80 kg (alle 1. BC Frankenthal), Wishan Sungarov/71 kg, Oliwole Ciossek/75 kg (beide BC Worms).  – wk